Das RWI erwartet für 2012 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 0,6%; nach einem Zuwachs um 3,0% im laufenden Jahr. Damit ist das Institut skeptischer als bei seiner Prognose vom September, als für 2012 noch ein Zuwachs um 1% vorhergesagt worden war. Hauptursache der verschlechterten Erwartungen ist die weitere Eintrübung des außenwirtschaftlichen Umfelds. Stabilisierend wirkt, dass die Binnennachfrage aufwärts gerichtet bleibt. Der Arbeitsmarkt wird sich im nächsten Jahr voraussichtlich nicht verschlechtern und die Arbeitslosenquote sogar leicht sinken. Die Lage der öffentlichen Finanzen dürfte sich nur wenig verbessern. Grundlage der Prognose ist allerdings, dass es zu keiner weiteren Eskalation der Krise der Staatsfinanzen im Euro-Raum kommt.
Die internationale Konjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2011 deutlich abgekühlt. Dies macht sich inzwischen auch in der deutschen Wirtschaft bemerkbar. Der Außenbeitrag, der bis ins Frühjahr hinein ein wesentlicher Treiber des Aufschwungs war, trug seitdem kaum Weiterlesen
Alles in allem sind die Menschen in Deutschland dieses Jahr zur Weihnachtszeit zuversichtlicher als vor einem Jahr. Aber für die Zukunft der deutschen Wirtschaft sind sie es nicht. Im Gegenteil, die Zuversicht hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftslage ist stark gesunken. Auch die Lage Deutschlands insgesamt schätzen die meisten Bundesbürger im kommenden Jahr skeptischer ein als beim Jahreswechsel 2011. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.
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I. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Das Expansionstempo der Weltwirtschaft hat sich in den zurückliegenden Monaten verlangsamt. In nahezu allen großen Wirtschaftsräumen hat sich das ifo Weltwirtschaftsklima zuletzt verschlechtert, was insbesondere die erhebliche Unsicherheit im Gefolge der Euro-Krise widerspiegelt. Dies stellt einen zentralen Belastungsfaktor für den künftigen konjunkturellen Verlauf dar. In der vorliegenden Prognose ist zwar unterstellt, dass es gelingt, die Finanzmärkte nachhaltig zu beruhigen und eine weitere Eskalation der Krise zu verhindern. Auch dann wird sich das Expansionstempo der Weltwirtschaft jedoch spürbar verlangsamen. Aufgrund der weltweiten Verunsicherung dürften sich die Finanzierungsbedingungen für Banken und Unternehmen verschlechtern und daher zum Aufschub vieler Investitionsvorhaben führen. Zudem wird die Finanzpolitik einiger Staaten aufgrund der hohen Staatsverschuldung kontraktiv Weiterlesen
In Deutschland ist das Bruttoinlandsprodukt bis zuletzt deutlich gestiegen. Der ifo Geschäftsklimaindex und andere Frühindikatoren zeigen jedoch an, dass der deutschen Konjunktur ein Abschwung bevorsteht. Maßgeblich hierfür sind die sich abschwächende Weltwirtschaft und die europäische Schuldenkrise. Die Abhängigkeit der Konjunkturentwicklung von den Entscheidungen der europäischen Politik erschwert die Prognose erheblich, denn es sind ganz unterschiedliche plausible Szenarien möglich. Unter der Annahme, dass sich die Eurokrise nicht weiter verschärft und sich insbesondere Italien weiter am Markt finanzieren kann, dürfte eine Weiterlesen
Die deutsche Wirtschaft hat ihren vor mehr als einem Jahr begonnenen Aufholprozess mit hoher Dynamik fortgesetzt. Nachdem die Impulse dafür zunächst aus dem Ausland gekommen waren, gewann die Binnenwirtschaft in den vergangenen drei Quartalen mehr und mehr an Bedeutung. Besonders wichtig war dafür der Investitionsanreiz, der aus einem historisch niedrigen Zinsniveau resultierte. Im kommenden Jahr bleiben die Konjunkturampeln in Deutschland auf Grün, das Bruttoinlandsprodukt dürfte – bei einem 67%-Unsicherheitsintervall von 1,4% bis 3,4% – um 2,4% steigen. Entscheidend hierfür wird voraussichtlich die Entwicklung der heimischen Weiterlesen