Inmitten heftiger Marktturbulenzen haben am Mittwoch in Berlin Bundesregierung und die Spitzen von IWF und EZB mit Beratungen über eine schnelle Stabilisierung der Eurozone begonnen. Um die Märkte zu beruhigen, versicherte die EU-Kommission, die europäischen Regierungen wollten eine Auszahlung von Krediten an Griechenland möglichst beschleunigen. Doch im Bundestag formiert sich Widerstand.
Quelle: Handelsblatt
Wenn die EU in der vorgesehenen Form ein Rettungspaket für Griechenland durchzieht, geraten EU und Eurozone auf eine abschüssige Bahn. Einer Implosion der Eurozone würde ein EU-Zerfall folgen. Davor warnt der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Paul J.J. Welfens, Experte für Europäische Wirtschaftsintegration und Präsident des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen.
Welfens schreibt: Weniger die Schuldenquote von 120% ist Auslöser der Griechenlandkrise, sondern die jahrelangen statistischen Falschmeldungen des Landes der berühmten Mathematiker Pythagoras und Thales. Wer als Schuldner seine Glaubwürdigkeit selbst durch Falschangaben beschädigt, handelt verantwortungslos. Diese Kritik muss auch die Europäische Kommission endlich einmal klar formulieren. Großbritannien hat man in der Griechenland-Stabilisierung bislang überhaupt nicht einbezogen – ein Fehler der Europäischen Kommission, aber auch Deutschlands. Großbritannien kann sich als Trittbrettfahrer die Problemlösungen zu Griechenland passiv anschauen – das ist unverantwortlich und unfair. Angesichts ähnlicher Probleme in Spanien, Portugal und Irland wie in Griechenland ist ein Hilfspaket für ein einziges Land sowieso verfehlt. Die Lösung des Griechenland-Problems müsste anders Weiterlesen
Aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung haben die Gewerkschaften das öffentliche Leben in Griechenland mit einem Generalstreik erneut weitgehend lahmgelegt. Die Fluglotsen brachten am Donnerstag ab Mitternacht mit einem 24-stündigen Ausstand den gesamten Flugverkehr zum Weiterlesen
27.02.2010 – Medien berichten über eine mögliche Spekulationswelle gegen den Euro, der durch die hohe Staatsverschuldung Griechenlands ausgelöst worden sei. Im Vergleich zum Jahresbeginn verlor der Euro bereits etwa zehn Prozent an Wert. Im Vergleich zum Dezember fiel der Euro von 1,51 US-Dollar auf zuletzt 1,35 bis 1,36 US-Dollar.
Ursache dieser Entwicklung der Devisenmärkte ist die Kalkulation, dass Griechenland möglicherweise vor einem Staatsbankrott stehe und dadurch die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union in eine Krise geraten könnte. Griechenland versucht mit einem drastischen Weiterlesen